Schultertuch für Frauen

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Ich bin kein Experte, aber auch wenn es wie ein Dreieckstuch anmutet, könnte das Tuch an der Statuette auch ein quadratisches Stück Stoff sein, dass einmal über die Diagonale gefaltet wurde - oder sogar ein drachenförmighes Stück Stoff, wobei das kürzere Ende auf der Unterseite gelandet ist. Diese Unterscheidung nur anhand einer Statue festmachen zu wollen ist schwierig, aber für ein gefaltetes Quadrat könnte man eventuell Anzeichen finden, während die Variante mit dem drachenförmigen Stück nicht einmal zwingend von einem Dreieckstuch zu unterscheiden wäre, wenn keine Nähte an der Darstellung abgebildet sind. Hier ist ganz klar der Erhaltungszustand und der Detailgehalt der Figur ausschlaggebend ob sie mehr belegt als eine Aussage wie "die Mariendarstellung trägt ein Stück (auf nicht näher spezifizierbare Weise) in dreieckige Form Gebrachtes Stück Stoff" ABER, vielleicht habe ich doch etwas gefunden, dass zur Materie beitragen könnte: Das Dommuseum Hildesheim hat seine Thronende Muttergottes 1136/66 katalogisiert, indiziert und abgelichtet: http://www.bildindex.de/obj20314052.html#|home Die Schultern weisen eine Art Faltenwurf auf, der am Rücken ein Kleidungsstück über dem Kleid andeutet. In der hinteren Mitte ist eine Art Einschnitt mit Faltenwurf nach oben, leider fehlt in dieser Lücke ein Stück des Holzes. Das Bild im Halbprofil verrät, dass das Bleidungsstück wohl vorne nicht geschlossen ist und zurückgeschlagen wurde. Allerdings scheint es auch einheitlich-hoch wie die Haarbedeckung zu sein, sodass man vermuten könnte, dass es sich um ein einziges Kleidungsstück handelt, dass über dem Kleid getragen wird. Das Dommuseum Mainz hat seine Thronende Muttergottes mit Kind von ca 1340 zwar nicht derart Katalogisiert, aber das Bistum hat ein Bild auf seiner Website ( http://www.bistummainz.de/bistum/aktuell/nachrichten.html?f_action=show&f_newsitem_id=20939 ), dass an der rechten Schulter ein bogenartig abwärts geschwungenes Band hat, dass von der Form her dem oberen Kleidsaum entspricht und kurz über dem Ellenbogen als deutlich erhaben sichtbar ist. An der Schulter wird dieses Band interessant, denn er scheint den Kleidsaum zu überdecken. Hier wären Bilder der Rückseite sehr wünschenswert um zu ergründen, was es mit diesem Streifen auf sich hat. Und inwieweit die "Schöne Madonna" aus Böhmen von etwa 1380, die im Museumsportal Berlin abgebildet ist ( http://www.museumsportal-berlin.de/...e-thronende-muttergottes-fur-das-bode-museum/ ) über ein oder zwei Kleidungsstücke über ihrem Kleid verfügt, kann ich ohne weitere Bilder ebensowenig deuten. Mir scheint jedoch, dass die Goldsäumung unten glatter ist als die das Gesicht umgebende, irgendwie gerüscht wirkende. EDIT: unten sind noch weitere Bilder im Halbprofil, allerdings kann ich davon nicht ersehen, ob sich beim zweiten unter dem sichtbaren Schatten in einem Falz eine Naht, ein Saum oder nur eine Falte verbirgt. Das dritte dagegen lässt vermuten, dass es nur ein einziges Kleidungsstück ist. Den Text habe ich nur überflogen, er beschreibt das Objekt und seine Geschichte - er verwendet allerdings "Kopfschleier" und "Mantel".
 
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Danke Friethjoph für die viele Mühe, die in Deinem Beitrag steckt ! :thumbup: Von 1136 bis 1340 ist es ein weites Stück Kostümgeschichte. Um 1136 wurden noch Schleiertücher mit Stirnband getragen (siehe mein aktuelles Avatarbild das 1150 sein soll) um 1340 gab es Kruslertücher. Dazu kommt die mittelalterliche Bildersprache, bei der ein über die Schultern gelegter Kopfputz und damit das zeigen des Haars, ein Hinweis auf die Jungfräulichkeit Marias sein könnte. Wenn es um so etwas banales wie ein Umschlagtuch geht, sollte man nach Figuren aus dem Alltag suchen, gerade Maria ist da selten passend.
 
Wenn es um so etwas banales wie ein Umschlagtuch geht, sollte man nach Figuren aus dem Alltag suchen, gerade Maria ist da selten passend.
Und genau da ist das "Problem" - die "niederen Bevölkerungsschichten" wurden oft gar nicht abgebildet. Ich selber habe mich für kühle Frühlings- und Herbsttage für eine Cappa entschieden, aber je mehr wir zum Schultertuch, oder wie auch immer man dem Ding sagen will, finden umso besser.
 
Nein, man findet sie schwer in Büchern der Zeit, aber man findet sie mit etwas Glück als Skulpturen. Wie etwa am Naumburger Dom, wo eine Frau mit Haarsack/Haube abgebildet ist. Es sind oft Figuren an weniger bekannten Bauwerken, es lohnt genau hin zu schauen, und generell zu hinterfragen, von wann ist das wurde, es überarbeitet, was sollte dargestellt werden, wie viel Bildsprache sehe ich vor mir.
 
Das Dommuseum Hildesheim hat seine Thronende Muttergottes 1136/66 katalogisiert, indiziert und abgelichtet: http://www.bildindex.de/obj20314052.html#|home Die Schultern weisen eine Art Faltenwurf auf, der am Rücken ein Kleidungsstück über dem Kleid andeutet. Das Dommuseum Mainz hat seine Thronende Muttergottes mit Kind von ca 1340 zwar nicht derart Katalogisiert, aber das Bistum hat ein Bild auf seiner Website ( http://www.bistummainz.de/bistum/aktuell/nachrichten.html?f_action=show&f_newsitem_id=20939 )..... Und inwieweit die "Schöne Madonna" aus Böhmen von etwa 1380, die im Museumsportal Berlin abgebildet ist ( http://www.museumsportal-berlin.de/...e-thronende-muttergottes-fur-das-bode-museum/ ) über ein oder zwei Kleidungsstücke über ihrem Kleid verfügt, kann ich ohne weitere Bilder ebensowenig deuten.
das erste ist der schleier, die andern beiden sind sicher ganz normale mäntel
 
Diese Figur aus Hildesheim habe ich auf Bildern mir schon öfters genau angeschaut. Bemerkenswert an ihr ist, das im Nacken etwas wie ein, den Schleier raffender Riegel dargestellt ist. Etwas ähnliches findet sich in kurz an den Schultern. Eine ähnliche Gestaltung des Schleiers ist mir sonst noch nicht aufgefallen. Allerding ist dies auf keinen Fall ein Tuch in Dreicksform.
 

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