Unterkleid oder Überkleid mit Brustunterstützung Ende 15. Jhd

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Nesha

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Guten Tag oder auch Guten Abend Ich suche Hilfe bei meiner Entscheidungsfindung welche meine Kleider betrifft, oder besser den Ausbau und teilweise Neuaufbau meiner Darstellung. Ich bewege mich im späten 15. Jahrhundert genauer zwischen 1450 und 1480, Schweiz und Süddeutscher Raum. Der aktuelle Stand meiner Darstellung ist zu wohlhabend und modisch und befindet sich gerade in der heissen Phase der Vereinfachung. Bald bekomme ich einen neuen leichten Wollstoff und aus diesem soll ein Überkleid entstehen, ausgehend vom Kleidungsaufbau Unterkleid (Leinen) Überkleid (die neuen Wolle) Oberkleid (wird im nächsten Jahr ersetzt, das aktuelle ist zu modisch). Zuerst wollte ich wie gewohnt das Wollkleid so eng schneidern das es die Stützfunktion meiner Oberweite übernimmt, genau so wie es das aktuellen Oberkleid tut (getan hat bevor Bauch- und Brustumfang geschrumpft ist) da habe und hatte ich jedoch das Problem das die Leinen die ich zum füttern des Oberteils (getrennte Taille und Rocknaht) und versteifen der Nestellöcher verwendet habe bei weitem nicht „hart“ genug ist um das Gewebe richtig zu stützen. Beim schnüren zieht sich alles unschön zusammen. Dazu kommt noch das leidige Thema das sich die Leinen und Wolle beim Waschen einfach beisst. Die Wolle lüftet sich perfekt aus…aber die Leinen müffelt weiter, bzw. wird bei den 20° Handwäsche alles andere als sauber. Nun kennt sicher jede Dame den Fund aus dem Zwischenboden von Lengberg. http://www.uibk.ac.at/urgeschichte/...n-lengberg/mittelalterliche-unterwaesche.html Dazu kommen einige Bilder von Unterkleidern die eindeutig ohne Ärmel geschnitten sind und auch im Oberkörperbereich eng geschnitten scheinen, jedoch immer einen Rockteil zu haben scheinen. Hier ein Bild aus der Luzernen Schilling: http://www.in-nova-corpora.ch/bilder/frauen_schilling/ls9.JPG Gleichzeitig überwiegen jedoch die Abbildungen von Damen in langärmeligen Unterkleidern bei weiten, nochmal aus der Luzernen Schilling: http://www.in-nova-corpora.ch/bilder/frauen_schilling/ls12.JPG Trug man zwei Schichten Leinen. Die stützende, ärmellose und darüber ein weiteres Unterkleid ebenfalls aus Leinen. Oder um beim Luzerner Schilling zu bleiben. Ein langärmeliges Unterkleid und das stützende Unterkleid aus Wolle so wie auf dem zweiten Bild. Meine Überlegungen drehen sich langsam im Kreis Mich würde die Meinung von Euch zu meinen Gedanken als Entscheidungsunterstützung sehr glücklich machen. Zusammenfassend sehe ich ich Moment für mich zwei Möglichkeiten. Die erste wäre meine eher weiten Unterkleider mit langen Ärmeln zu behalten, das neue Kleid unterstützend zu schneiden jedoch mit langen Ärmeln (die ärmellosen aus dem Schilling kommen für mich nicht in Frage) und dazu dann ein Oberkleid gänzlich ohne Brustunterstützung zum reinschlüpfen. Die zweite wäre ein neues brustunterstützendes Unterkleid, darüber ein langärmeliges Leinenkleid oder aber direkt das neue langärmelige Überkleid und dazu dann ein Oberkleid ohne Brustunterstützung zum reinschlüpfen. Habt ihr noch mehr Ideen oder wie macht ihr es? Liebe Grüsse Nesha
 
So spät ist nicht wirklich meine Zeit, aber stützende Kleider findet man ja auch früher schon. Ich hab mir ein Unterkleid aus Leinen gemacht (sehr eng oben herum zum "reinschießen" mit Luft anhalten) und das Oberkleid aus Wolle auch nochmal unterstützend genäht. Hält eigentlich ganz gut. Kennst du diese Anleitung hier schon? http://cottesimple.com/tutorials/curved-front-seam/ www.cottesimple.com
 
Guten Morgen Manuela Der Link und die tolle Anleitung kenne ich schon. Nach dieser ist mein aktuelles Kleid gearbeitet, mein Mann ist leider kein begeisterter Hobbystecknadelritter und so wurde es am Ende ein unbefriedigendes "Gebastel". Beim neuen Versuch darf ich auf erfahrene Steckerinnen hoffen, da muss ich nur vorher wissen was genau ich den nun haben will. Hast du Erfahrung mit dem tragen von Leinen/Leinen/Wolle? :) liebe grüsse
 
Zum Nähen kann ich nix sagen, aber zum Waschen: Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man Wolle nur kalt und von Hand waschen darf. Wäre das so, könnte man sie auch nicht färben ;) Wolle ist im nassen Zustand sehr empfindlich gegen mechanische Beanspruchung wie Reiben, Scheuern, Rubbeln, Walken. Auch Intervallschleudern und das "Nachschaukeln" in der Maschine bei Verwendung des Nicht-Wollprogramms schadet. Außerdem darf man Wolle nicht "abschrecken", also heiß gewaschene Wolle kalt spülen. Das Schlimmste was man Wolle antun kann, ist sie mit normalem Waschmittel zu waschen. Im Wollprogramm kann man Wolle aber problemlos auch heißer waschen. Das Spülwasser wird dann auch entsprechend aufgeheizt bzw. erst nach dem Abkühlen gespült. Wenn man das Wolltuch vor der Verarbeitung so heiß wäscht, wie man es auch später waschen möchte, läuft es später nicht mehr ein und filzt auch nicht. Ich habe bei einem Besuch bei marled gesehen, wie sie hauchfeine Woll- und Seidenstränge nach dem Beizen und Spülen in eine Schleuder gelegt und auf höchsten Touren geschleudert hat. Sie versicherte mir, dass sie das immer so macht und ich konnte mich überzeugen, dass es dem Material mitnichten geschadet hat.
 
Hallo Morgan Ich färbe kleinere Stücke Wolle im grossen Topf auf dem heimischen Herd und wusste das die hohen Temperaturen der Wolle im Grunde keinen Schaden bringen. Leider hat meine Waschmaschine kein Wollprogramm bei dem sich die Temperatur individuell wählen lässt. Ich kann nur zwischen 20° und 30° wählen. Bei allen Programmen ab 40° kann ich zwar die Schleuderzahl manuell reduzieren jedoch bleibt das Problem des Temperaturschocks bestehen. Da die Waschmaschine zu der Mietwohnung gehört kann ich diese auch nicht einfach so austauschen. Da bleibt dann leider mein Problem bestehen das ich die mit Leinen gefütterten Kleider entweder heiss in der Badewanne...oder kühl in der Waschmaschine stecke. Die Badewannenversion hat leider keine besonders befriedigende Ergebnisse gebracht. Das einmalige Waschen im Zuber und Brunnen war aber sehr unterhaltsam...meine Hände waren danach krebsrot...das Leinen immer noch schmuddelig. Nach Möglichkeit würde ich also wirklich gerne auf Leinenfutter in den Wollkleidern verzichten. Ich grüble aber gerade über Wollfutter im Wollkleid und ob das dann ein zu warmes Kleid ergibt. Schliesslich soll das neue Kleid bei sommerlicher Temperatur angenehm zu tragen sein. Was man von meinem aktuellen leider nicht immer behaupten kann. :D liebe grüsse
 
Mit einer Waschmaschine ohne modernes Wollprogramm bleibt wirklich leider nur die Zubermethode. Ohne Magd, die man damit quälen kann, nicht wirklich dolle Aussicht ;) Hast recht.
 
Also meine Zeit ists auch nicht mehr ganz, aber vielleicht helfen dir die Überlegungen von Katafalk ja weiter? http://katafalk.wordpress.com/2013/08/22/lengberg-castle-brassiere-it-works/ Möglicherweise hat ja auch nicht jede Frau sowas getragen sondern eben nur die, die einer Stütze bedurft haben? Immerhin sprechen wir jetzt von einer Zeit, in der nur die wenigsten Menschen übergewichtig waren und Körperfett macht ja viel aus für die Brustgröße. Ich hab auch neulich eine Studie gelesen, in der ein Mediziner Frauen testen ließ, ohne BH rumzulaufen, über eine Zeit von mehreren Monaten hat sich automatisch das Gewebe gestrafft und gefestigt und teils gingen die Brüste sogar geringfügig nach oben (ging bis Größe C die Studie). Also vielleicht ist auch der BH selbst unser heutiges Problem und damals brauchte man das nicht so häufig? Wenn das Kleid gut sitzt, kann ich mir auch vorstellen, dass der Stützeffekt des Überkleids schon ausreicht in den meisten Fällen. Ich trag unter meinem 1350er Kleid ein normales Hemd, aber theoretisch bräucht ich da drunter keinen BH, die Zwillinge können nirgends hin mit dem ordentlich abgesteckten Wollkleid :)
 
Vielen lieben Dank für Eure Antworten! Ich habe mich in den letzten Wochen dann doch entschieden. Das entspannte Peplos für die Keltendarstellung hat den Kopf ordentlich freigepustet. Ich bleibe bei meiner bisherigen Lösung, also normale Unterkleider und angepasste enge Oberkleider. Das diesjährige Frühlingsprojekt werde ich aber im Oberkörper mit Wolle, anstelle von Leinen füttern, oder gar nicht. Nur für die Stabilität der Nestellöcher werde ich Leinen zusätzlich unterlegen. Denke das sollte die beiden Damen an Ort und Stelle halten und nicht mehr so extrem querfalten werfen wie das aktuelle Kleid. :) Liebe Grüsse
 

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