Was birgt der Kochtopf auf Lagern?

This site may earn a commission from merchant affiliate links, including eBay, Amazon, and others.
Kurzer Exkurs zum Thema Fleischqualität: alte Zuchtsau ist heute üblicherweise nicht mehr verzehrsfähig - zu viele Spritzabszesse in der Nackenmuskulatur. Ansonsten stimme ich Silvia zu - das damalige Essen wäre für uns vermutlich tatsächlich an der Grenze zur Ungenießbarkeit, und das nicht nur aus hygienischen Gründen.
 
Hmm - nee das habe ich nicht sagen wollen. Nicht ungenießbar, aber sehr ungewohnt. (meinst Du das jetzt so, wie man als Tourist in Asien nichts ungegartes essen sollte ?) Ich dachte da eher, daran das unser Gaumen an Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker gewöhnt ist. Allein die Vorstellung dieser wilden Möhre, die doch roh irgendwie leicht giftig schmeckt. Das wird bei anderen Zutaten ähnlich sein. Auch sind wir es gewohnt üppig mit Gewürzen zu kochen. Urige Zutaten den Eigengeschmack zu lassen, ohne durch Gewürze viel abzurunden, ist einfach für uns ungewohnt.
 
Silvia, so ähnlich meinte ich das - wir sind die Art, wie damals mit Lebensmitteln umgegangen wurde, schlicht nicht mehr gewöhnt.
 
Es ist doch so das heute bei vielen schon Probleme auftreten, wenn sie nur im Nachbarländern etwas essen das nicht von McFreß und Co. stammt. Alleine die modernen Gewürze verträgt manch ein Magen nicht. Dann gibt es da die Milchprodukte. z.B. in Russland kann man Milchprodukte auf dem Markt kaufen aus Hausproduktion. Die schmecken (mir) 1.a aber anschließend habe (meist nur in der ersten Woche) das Problem nah bei den Toiletten bleiben zu müssen. Oder Fleisch wenn ich kann kaufe ich in Russland auf dem Land mein Fleisch (das Deutsche Gesundheitamt würde da aber sowas von eingreifen). Die Tiere leben noch auf der Hüteweide. Ganz anderes Fleisch ganz anderer Geschmack. Wichtig ist das man das Fleisch nie roh ißt. Meist ist das essen nicht ungenießbar es ist nur anders.
 
Rohmilch schmeckt auch hier anders, als aus dem Tetrapack. Vor allem, wenn sie noch kuhwarm ist ... ;) Und Fleisch - ich kenne das noch so, dass Rindfleisch gereift sein und schillern muss. Sowas wird im Supermarkt tatsächlich nicht angeboten und ich habe gerade überrascht feststellen müssen, dass eine Freundin sowas eklig findet. Aber ich sehe doch einen ziemlichen Unterschied darin, ob ich Schweinebauch oder Schulter aus der Kühltheke des Supermarkts in den Topf packe und nicht das vierfach teure Hallesche Weideschwein oder ob ich gleich klein beigebe und behaupte, so wie damals könne man eh nicht kochen und deshalb Produkte verwende, die es damals definitiv nicht gab.
 
Wir haben einen großen Eintopf gekocht - Rinderknochen, Schweineknochen und Hafergrütze, Salz und Sahne. Je länger das kocht, desto besser - schön sieht das Gericht nicht aus, ist aber sehr lecker, besonders am 2. Tag. Man kann dann prima Brot darin eintunken (und Besucher abschrecken - "Das essen Sie??"). Gutes Fleisch von alten, fast vergessenen Nutztierrassen bekommt man den Mitgliedern der Nutztierarche - sehr empfehlenswert. Der Geschmacksunterschied ist enorm. In diesem Zusammenhang zitiere ich einen Satz aus dem Stern, der vor ein paar Jahren erschien. Es war dort ein Anglersattelschwein abgebildet und die Überschrift lautete: Eßt uns, sonst sterben wir aus! Die Rasse ist wegen des sehr fetten Fleisches nicht mehr gefragt (sondern nur noch magere, große schnellwachsende Schweine), daher will kaum jemand solche Tiere züchten. Gruß Britta
 
Wir (10 Erwachsene + 6 Kinder) bekochen uns auch selbst auf den Lagern. Zutaten und Gewürze werden dabei benutzt, die es nachweislich in "unserer Zeit" und Region gab. Bisher war es weder fad noch unbekömmlich ;-) Viel Gemüse und viel Fleisch!!!! Oder nur Fleisch und Brot. Wir haben eine Dame in der Gruppe, die sich für dieses Thema interessiert und das Kochen übernimmt. Gegessen wird immer gemeinsam und es gibt einen freiwilligen Spüldienst, klappt gut und ist günstiger und geselliger, wie jeden Tag an den Ständen kaufen!!!!
 
Auch bei uns ist meistens Eintopf angesagt. Es sind bei uns so zwischen 8 - 12 Personen zu verköstigen da bietet sich eine kräftige Suppe an. Brot gibt es immer dazu. Vor einiger Zeit habe ich (völlig unauthentisch) die klassische Lauch-Käsesuppe mit Hackfleisch und Champignons gekocht- und das kam so gut an, daß ich das jetzt öfter kochen muß. Geht schnell, schmeckt lecker und macht satt.
 
Wenn ich kochen würde, was ganz besonders gut schmeckt.... wärs nicht mehr Mittelalter. Ich "VERSUCHE" so "A" wie es mir möglich ist zu kochen. Auch wenn meine Küche dann doch mehr die eines reichen Adligen ist - da meine Mitstreiter meine Hafergrütze nicht mögen :ups
 
Mir fällt zu dem Thema was ein,... Erhitzt niemals Met in einem Topf, den ihr sonst nur zum Essen kochen nutzt, selbst wenn er noch so mit Stahlwolle geschrubbt ist, das Fett geht nicht raus und schwimmt unansehnlich mit großen Augen darauf. Mir hätte es eigentlich klar sein sollen, war aber letztes Jahr so voller Euphorie, das mir das Logische nicht in den Sinn kam. Aber ansonsten mach ich gerne Kohleintopf und Zwiebelsuppe. Auch gern mal ein Lammgulasch nur mit Zwiebel, Knoblauch und schweren Rotwein,..ein paar Gewürze,...sehr lecker. Wildsau,...auch gern mal ein saures Lüngerl. Spiegeleier, Schweinekottelets, Kassler auf Kraut, Wirsing in Sahne, mal eine Fischsuppe! Und demnächst,..ein Rehragout! Ich bekomm grad Hunger!=)
 

Neueste Beiträge

Oben