Waldhüter

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Robbin

Guest
Hallo zusammen, mich interessiet was genau einen Waldhüter ausmacht. Das einzige was ich darüber im Internet gefunden habe ist das dieser Waldhüter beauftragt war über den Wald einer Stadt oder eines Graphen zu wachen und etweiige Holzdiebe oder Wilderer verzuhalten. Nun würde ich aber gern wissen: 1. Gabs diese Waldhüter 2. Von welcher Zeitepoche reden wir 3. Welchen Stand hatte son ein Waldhüter 4. Was hat dieser Waldhüter angezogen 5. Hatte er Waffen, wenn ja welche.... Ich hoffe ich hier bei euch richtig und ihr könnt mir ein paar der Fragen beantworten oder hilfreiche Links zukommen lassen. Gruß Robbin
 
Es gibt da so ein Buch, das könnte dir helfen : Geschichte des Waldeigentums, der Waldwirtschaft und Forstwissenschaft in Deutschland. Bd. 1. [Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1750] (Gebundene Ausgabe) Gebundene Ausgabe: 260 Seiten Verlag: Scientia Verl. (1966) ASIN: B0000BQ1XD du könntest es wahrscheinlich per Fernleihe bekommen
 
Ja sorry. Also ich bin Robbin und seit geraumer Zeit mitglied eines kleinen Söldnerlagers. Ich bin 26 und komme aus dem Raum Koblen Wir sind auf verschiedenen Märkten mit unserem Lager unterwegs. Nun habe ich mir vorgenommen eventuell solch einen Waldhüter darzustellen.
 
Zwischen 500 und 1250 gab es im deutschen Raum mehrere große Rodungsphasen. Bereits im 9. Jhd. trat in Stadtnähe schon Holzmangel auf und die Rodungstätigkeit wird gesetzlich geregelt – und natürlich entsprechend überwacht. Die Bewaldung nahm von 65% im Jahr 1000 auf 30% (ca. dem heutigen Wert) im Jahr 1250 ab. Um zunehmender Holzknappheit Herr zu werden, wurden im Reichswald Genehmigungsvorbehalte für Rodungen und in vielen Markgenossenschaften Rodungsverbote erlassen. Als „Erbe“ der Römer gab es bereits in der karolingischen Zeit eine geregelte Reichs-Forstverwaltung. Als Spitzenbeamter eines „Fiscus“ (größerer Komplex zusammengehöriger Güter und Höfe) fungierte der „Iudex“ (Amtmann), der die Aufsicht über das übrige Forstpersonal führte und die Trennung von Wald und Acker, den Nutzholzverkauf und die Schweinemast übergeordnet plante. Ihm unterstanden die „forestarii“, königliche Forstbedienstete, die durch ihr Dienstverhältnis an bestimmte fisci gebunden waren. Sie gliederten sich in Forstmeister („magister forestariorum = minister forestariorum“), abgabenfreie Förster („liberi forestarii“) und unfreie Forstknechte („servi forestarii“). Das Amt des Forstmeisters und des abgabenfreien Försters wurde oft als Lehen und später als Erblehen vergeben. Dem Forstmeister oblag die Führung des Forstpersonals eines größeren Bezirks. Er Trennte Bau- von Nutzholz, regelte die Großviehweide im Wald und die Schweinemast. Die abgabenfreien Förster waren für die einfacheren forstlichen Aufgaben verantwortlich. Insbesondere überwachten sie die Grenzen und den Brennholzeinschlag und sie legten die speziellen Bedingungen für die Durchführung der Waldweide fest. Die Forstknechte führten Hand – und Spanndienste aus. Sie überwachten die Waldweide und nahmen die Aufgabe des Forstschutzes (Holz- und Wilddiebe) wahr. Seit der karolingischen Zeit wurden die Forstbediensteten mit Naturalien und Accidentien (Gebühren für die Anweisung von Holz, Anzeigegebühren von Forstfrevlern, Anteile an Strafgeldern, …) entlohnt. Die Beteiligung an den Strafgeldern führte oftmals dazu, dass das Forstpersonal nicht an Vorbeugung, sondern vielmehr an möglichst vielen Straftaten interessiert war und den Tätern oftmals Fallen stellte. In der Bevölkerung waren die Forstbediensteten daher nicht gut angesehen und oftmals geradezu verhasst. Diese Gliederung des Forstpersonals, zum Teil jedoch nur zweigliedrig, blieb bis zum Ausgang des 18. Jhd. herrschend. Wahrscheinlich gab es sie nicht nur im Reichswald, sondern auch bei anderen weltlichen und kirchlichen Großwaldbesitzern, die sich den Reichswald oft zum Vorbild nahmen. Forst- und Jagdbetrieb waren im Mittelalter scharf getrennt. Der Forst hatte im wesentlichen eine der Jagd dienende Funktion. Erst mit zunehmender Holzknappheit ab der Mitte des 18. Jhd. erfuhr die Forstwirtschaft eine deutliche Aufwertung. Quelle: Vorlesungsskript Forstgeschichte der Uni Göttingen. Peter
 
Konferenz und zweite Plenartagung Was bringt mir diese auflistung der Tagesordnung der Plenartagung?
 
Irgendwo habe ich was vom "Sauspieß" gelesen. Ich muss mir mal angewöhnen, meine Quellen zu notieren. Gruß, Gerald
 
Sauspieß wage ich zu bezweifeln... Wildschweine waren zu Zeiten des Mittelalters bei weitem nicht so häufig wie heutzutage, und die Jagd auf das wehrhafte und der "Hohen Jagd" zugehörige Wild nur dem entsprechend hohen Adel gestattet. Da ist ein langes Messer und/oder ein Bogen eher anzunehmen. Viele Grüße Christian
 
Ja, ich habe gerade noch mal versucht, das nachzuforschen und habe tatsächlich nichts wirklich haltbares gefunden. Wobei ein Wald/Wildhüter, Waldhübner oder -Heger ja den Bestand hegen und neudeutsch "aufpäppeln" sollte. Da muss er sich andererseits auch verteidigen können, oder? Ich bleibe dran. Gruß, der Odenwälder
 
Lieber Mondspeer, bevor Du Dir lobenswerter Weise Mühe für Andere machst, der Faden hier ist uralt und der User unregistriert.Vermutlich guckt der hier gar nicht mehr hin.
 
Hi Silvia, danke für die Info. Darauf habe ich tatsächlich nicht geachtet. Da ich aber selbst überlege, einen Wildhüter / Wildhübner darzustellen (siehe Vorstellung), bleibe ich trotzdem mal dran. Gruß, Gerald
 
Hallo Mondspeer, wenn Du weitere Erkenntnisse und Quellen hast, wäre ich Dir sehr verbunden, wenn Du mir diese mitteilen könntest. Meine weltliche Darstellung ist die eines Ministerialen, der 1185 vom Probst des Klosters Osterholz mit zwei Höfen in Westerbeck und mit der Holzvogtei beliehen wurde. Ich habe mich immer auf die Ministerialendarstellung als solche gestützt, den Begriff der Holzvogtei allerdings nie wirklich hinterfragt. Durch diesen thread bin ich ins Grübeln gekommen und darauf, dass die von mir gewählte Darstellung nicht nur eine real existent gewesene Person betrifft, sondern, dass diese vielleicht noch sehr viel mehr zu bieten hat, als ich annahm. Mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt. Lass uns mal in Kontakt bleiben. LG der Elerus
 
"Das Jagdprivileg Kaiser Otto II. für die Kölner Domkirche aus dem Jahre 973" Zeitschrift: Zeitschrift für Jagdwissenschaft Verlag Springer Berlin / Heidelberg ISSN 0044-2887 Heft Volume 19, Number 2 / Juni 1973 DOI 10.1007/BF01901906 Seiten 98-109
 
Das Jagtrecht war ein Privileg des Adels. Ein Wildhüter kann also schonmal kein Unfreier Bauer gewesen sein. Das Es nur wenig Schweine gab ist schlichtweg Blödsinn (sorry soll nicht beleidigend sein) Ganz im Gegenteil. Auf der Augustusburg kannst Du Dir ne Reihe Keiler Trophäen anschauen. Und das sind richtige Untiere gewesen. Nicht so kleine Überläufer wie man heute schießt. Das sie sehr wehrhaft waren ist auch auf verschiedenen Bildern (Rochsburg aber auch im Kaspar Hauser Museeum in Rothenburg oT)eindeutig belegt. In Rothenburg wurde zum Beispiel eine Szene festgehalten wo ein Keiler selbst einen Jäger zu Pferd zu tote brachte. Auch zwei Jagthelfer ließen wohl ihr leben. Das erklärt auch das jagen mit der Feder oder Spieß. Diese haben ein breites Blatt. Das führt zu einem hohen und schnellen Blutverlust was wiederrum zu einem schnellen erliegen führt. Die lieblingswaffe von Hubertus war zum Beispiel die Armbrust. Aber auch mit der Schleuder wurde gerne gejagt. Und das nicht nur von Bauern. Einigen Mönchen war das jagen mit dem Bogen erlaubt. Was widerum erklärt, das auch manche Klöster Jagtrecht ausüben durften.
 
Zum ersten: Ja, die Jagd war Privileg des Adels, Zum zweiten: Nein, ein Wildhüter kann durchaus ein Bauer oder ähnliches sein, zur Jagd gehört nicht nur das Erlegen des Wildes, gerade zur Durchführung mittelalterlicher Jagden war einiges an "Manpower" vonnöten. Sei es bei eingestellten Jagden das Gebiet zu begrenzen und das Wild zu treiben, Bei Lappjagden die Lappen aufzuhängen, den jeweiligen Bestand zu beobachten, auszufährten, zu füttern. Jagdgäste auf starke Trophäenträger zu führen etc. und unter Umständen auch, natürlich nur mit Genehmigung des Jagdherren, Nichttrophäenträger für die Küche zu erlegen. Letzteres würde ich annehmen wäre einem Unfreien sicherlich nicht gestattet. Die anderen Arbeiten, gerade die niederen musste zum Teil auch als Frondienste ausgeführt werden. Das mit den Schweinen kann ich aber so nicht stehen lassen! Da sind viel zu viele falsche Annahmen und Schlüsse drin! Es gab weniger Schweine als heutzutage, ganz einfach, weil die Lebensraumkapazität deutlich geringer war! Von flächendeckendem Maisanbau war noch keine Rede, wie auch? Dünger wurde, wenn überhaupt, in weit geringerem Ausmaß verwendet und die Masten von Eiche und Buche standen nicht allein den Wildschweinen zur Verfügung, sondern wurden auch konkurrierend vom Menschen für seine Hausschweine genutzt. Es muss also weniger (von der Zahl) gegeben haben als heute! Die Anwesenheit von möglichen Prädatoren tut ihr übriges dazu! Starke Trophäen in Burgen, Museen etc. sagen über den Bestand an sich in keinster Weise etwas aus! Man präpariert normalerweise nur starke Trophäen, bzw. stellt nur diese auch aus! Was sonst noch erlegt wurde, ist nicht nachzuvollziehen, ausser man bekommt Einblick in Statistiken von Zerwirkkammern. Auch heute werden noch starke Keiler geschossen, lediglich hat sich das Augenmerk der Jagd gewandelt, und auch die Fläche pro Jäger ist um einiges geringer als zu Zeiten des Mittelalters. Und wenn man anhand von über Jahrzehnte (evtl. sogar Jahrhunterte) zusammengetragenen Trophäen auf den Bestand zu schliesst, könnte man genauso beim Anblick mancher Sammlungen in deutschen Privathaushalten folgern, dass hier auch die eine oder andere Oryx-antilope rumläuft und Büffel, Löwen oder sonstige ihr Unwesen treiben. Schweine sind saugefährlich, führende Bachen und verletzte Tiere insbesondere, dafür braucht man keine Gemälde um das zu belegen. Das Wildschwein war "ritterliches" Wild, und die Jagd auf solche galt vielen Rittern als Übung, Bewährungsprobe für den Krieg usw. Es war oft eine wichtige Erwähnung in der Vita, mit welchem Alter der junge Ritter/Graf/wasweissichwas sein erstes Schwein erlegt hat. Die Jagd mit der Saufeder ist zudem eine brandgefährliche Angelegenheit! Man muss auf weniger als 2 Meter auf ein von Hunden gehetztes, stinkwütendes Tier heran, das über 100 Kilogramm wiegt und davon prozentual deutlich mehr Energie mobilisieren kann als ein Mensch. Die Dinger werden nicht umsonst heute nur in absoluten Notfällen verwendet, wenn der Gebrauch einer Schusswaffe nicht möglich ist, und werden nicht umsonst öfters auch mal als "Heldenfänger" bezeichnet. Und nur weil man einem adrenalinvollgepumpten Keiler ein paar Zentimeterchen blanken Stahl zwischen die Rippen oder weiter hinten in den Körper jagt, heisst das noch lange nicht, dass der sofort tot umfällt oder sich nicht mehr wehren kann! Das mit den Mönchen und den klöstern läuft aber vom Schluss her genau andersrum! Weil das Kloster (auf eigenem Grund) das Jagdrecht hat, dürfen die Brüder Jagen!
 

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