Das Gefecht bei Börnicke

This site may earn a commission from merchant affiliate links, including eBay, Amazon, and others.
M

Max vom Rabenbanner

Guest
Das Gefecht bei Börnicke Im Herbst des Jahres 1402 marschierte unter der Führung des Herzogs Swantibor von Pommern - Stettin ein pommersches Heer die Havel entlang südwärts. Die Pommern eroberten Zehdenick und Bötzow (Oranienburg) und rückten dann in Richtung Straußberg auf den Barnim vor. Dieser verheerende Feldzug war ein Ausdruck der Situation, in der sich die Mark Brandenburg zu Beginn des 15. Jahrhunderts befand. Seit 1388 regierte Markgraf Jobst von Mähren, der Letzte in einer Reihe von Fürsten, die das Land seit dem Aussterben der Askanier im Jahr 1319 heruntergewirtschaftet hatten. Die nachfolgenden Markgrafen stammten aus Bayern und Böhmen und ihr Interesse galt vor allem den Einnahmen des Landes. Die inneren Zustände waren für sie nur von zweitrangiger Bedeutung. Jobst von Mähren war der skrupelloseste dieser Markgrafen. Er plünderte das Land mehr aus als alle seine Vorgänger, ohne sich im geringsten um die inneren Verhältnisse zu kümmern. So war es kein Wunder, dass die Nachbarn der Mark immer wieder versuchten, ihre Fürstentümer auf Kosten Brandenburgs zu erweitern. Der einheimischen Adel nutzte dieses Machtvakuum für seine Fehden. Diese Fehden, eigentlich ein altes Recht zur Selbstverteidigung, entwickelte sich zu regelrechten Raubzügen und Kriegen und ermöglichte es einigen Adligen zu lokalen Machthabern auszusteigen. Der Feldzug des Stettiner Herzogs im Jahr 1402 war ein weiterer Versuch des nördlichen Nachbarn brandenburgische Gebiete zu erobern. In seinem Gefolge befand sich auch Dietrich von Quitzow, ein Adliger aus der Prignitz. Er und sein Bruder Johann gelten in der märkischen Geschichtsschreibung oft nur als Raubritter und die nach ihnen benannte „Quitzowzeit“ steht für einen Tiefpunkt der brandenburgischen Geschichte. Für diesen Feldzug hatte sich Dietrich als Heerführer anwerben lassen. Unter seiner Führung eroberte das pommersche Heer am 21. September 1402 Strausberg. Die märkischen Städte waren aber nicht untätig geblieben und hatten ein Heer aufgestellt. Zunächst scheute man die direkte Auseinandersetzung mit den Pommern, aber als diese sich zum Plündern auf dem Barnim verteilten, griff das Städteheer an. Strausberg konnte allerdings nicht zurückerobert werden. Das Pommernheer zog ab, auch weil es sich durch die Zerstörung von 22 Dörfern die Versorgungsgrundlage selbst entzogen hatte. Auf dem Rückzug der Pommern soll es zu den Kämpfen um Bernau gekommen sein. Die zeitgenössische Chronik des Engelbert Wusterwitz erwähnt nichts von einem Angriff auf Bernau oder einem Gefecht bei Börnicke, nur vom „großen Schaden“, den die Pommern anrichteten, ist die Rede. Erst eine Bernauer Chronik aus dem 18. Jahrhundert beschreibt diese Kämpfe. Es wird berichtete, dass die Pommern versuchten die Stadt in Brand zu schießen und zu stürmen. Dietrich von Quitzow soll ebenfalls auf Bernau vorgerückt sein, wurde aber vom Städteheer bei Börnicke eingeholt und geschlagen. Die Pommern brachen darauf ihren Angriff ab und zogen sich ebenfalls zurück. Obwohl es fraglich bleiben muss, ob das Gefecht bei Börnicke statt gefunden hat, würde es in die Zustände jener Zeit passen. Fast das gesamte 15. Jahrhundert hindurch wurde die Mark Brandenburg von Kriegen und Fehden erschüttert. Quelle: http://www.rabenbanner-bernau.de
 
Zuletzt bearbeitet:

Neueste Beiträge

Oben