Zur Zeit noch GroMi

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Bogner

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[font='Arial, Helvetica, sans-serif']Hallo allerseits, man muss ja irgendwo anfangen, also möchte ich hier als Erstes meine bisherige Gromiausstattung zeigen. Das meiste davon soll nach und nach ersetzt werden - zugunsten einer Darstellung eines einfachen nichtadeligen Menschen vom Ende des 13. Jahrhunderts. Da ich noch nicht sehe, wie ich hier Bilder einstellen kann, beschreibe ich in Worten ein paar Einzelheiten zu dem, was auf meinem Avatarfoto abgebildet ist: Die blaue Tunika habe ich mit einem sehr einfachen Schnittmuster aus Leinen (in Köperbindung) genäht. Bei passendem Wetter trage ich statt dessen eine olivgrüne Tunika aus einem modernen Wollstoff mit brettchengewebten Borten aus der Hand meiner Lebensgefährtin, die mir auch beigebracht hat, wie man so etwas näht :) . Der Gürtel besteht aus dunkelbraunem Rindsleder, der Pfeilköcher aus braunem Leder[/font], [font='Arial, Helvetica, sans-serif']die Gugel ebenfalls aus Wolle und hat keinen Zipfel (den habe ich weggelassen, weil er mich vermutlich bei Wind nur gestört hätte). Den Bogen habe ich vor drei Jahren unter Anleitung im Rahmen eines Bogenbau-Kurses aus Eschenholz gebaut. Mittlerweile habe ich hier einen genügend durchgetrockneten Stave aus "Garteneibe", den mir ein Bekannter vor Jahren beim Durchforsten seiner Gartenhecke überlassen hat. Daraus soll ein "kontinentaleuropäischer" Langbogen für meine MA-Darstellung entstehen. Das heißt: Er wird keine Hornnocken bekommen, sondern einseitige, diagonal gegenüberliegende, direkt ins Holz geschnittene Sehnenkerben. Hat jemand einen Tip, wie ich es anstellen muss, wenn ich in diesem Thread Bilder von meinem Messer, meiner Gürteltasche, meiner Trinkflasche usw. einstellen möchte? Ich wäre nämlich auch dort, wo ich mir selber schon eine Meinung über die zukünftige Verwendbarkeit gebildet habe, interessiert, Eure Kommentare oder Widersprüche zu den einzelnen Teilen zu lesen. Grüße Reinhard [/font]
 
Ich weiß nicht, ob du schon genug Beiträge verfasst hast. Aber normalerweise kannst du Bilder in deine Galerie einstellen und dann hier in den Thread verlinken. Oder du verlinkst aus einem virtuellen Fotoalbum wie flickr oder photobucket oder zu einer eigenen Homepage.
 
Genau so ist es. Bilder direkt im Thread einzustellen, ist nicht möglich. Nur über Links.
 
Danke Euch beiden :) . Jetzt habe ich die Album-Funktion in meinem Profil gefunden und zwei Bilder hochgeladen - das hier beschriebene von mir selbst und eins von meiner Gürteltasche. Genauere Beschreibung folgt hier noch, und wie man verlinkt werde ich wohl auch noch herausfinden.
 
Zur Not einfach den Link aus dem Browser hier in den Thread kopieren und Quelle angeben :)
 
In meiner Galerie befindet sich jetzt ein Bild, das ich von meiner Gürteltasche aufgenommen habe. http://www.mittelalter-forum.com/index.php?page=UserGalleryPhoto&photoID=6377#profileContent Beim Erstellen der Schnittmuster für diese Tasche habe ich mich u. A. an der Mac-Bibel orientiert, wo eine halbrunde Gürteltasche mit ähnlichem Dekor zu sehen ist. Meine Tasche ist ebenfalls halbrund, knapp 20 cm breit, trägt das entsprechend gelappte Dekor auf der Deckelklappe und hat eine Schnalle, die im Umriss einem Fundstück ähnelt, das auf der Website eines Händlers mit "Magdeburg ca.1240 - 50" gekennzeichnet ist. Authentisch ist diese Tasche nicht, sondern pragmatisch. Das Leder und das Leinengarn sind offenbar mit modernen Chemikalien präpariert und gefärbt, die Metallteile habe ich nicht 3-dimensional gegossen, sondern aus einem 1mm dünnen Messingblech ausgesägt, Boden und Seiten bestehen aus einem durchgehenden Lederstreifen, dessen Breite ich so gewählt habe, dass die Tasche zwar genug Volumen für ein paar Kleinigkeiten hat, sich aber nicht zu sehr aufbläht. Wo es nicht so sehr auf korrekte Darstellung ankommt, will ich das Stück auch weiterhin benutzen. Auf Abbildungen sehe ich bis jetzt diesen Taschentyp nur als Ausstattung adliger Personen. Das dürfte erst recht für das ähnliche - aber noch viel aufwändiger gestaltete - Fundstück aus dem Brunnen der thüringischen Ronneburg gelten. Also brauche ich für meine angepeilte Darstellung, wenn ich nicht alleine auf Beutel oder Körbe angewiesen sein möchte, eine möglichst schlicht gestaltete, vielleicht wieder halbkreis- oder auch D-förmige Gürteltasche aus vegetabil gegerbtem, ungefärbten Leder. Vielleicht werde ich mal in Berlin direkt den Händler aufsuchen, der solche Lederstücke auch im Internet anbietet.
 
Die Gürteltasche sieht sehr schön aus, auch wenn sie nicht den "Extrem"-Anspüchen genügt ;) . Falls Du nach und nach etwas verändern möchtest, wie Du oben geschrieben hast, hier ein paar Tips zur Kleidung: Blaues Leinen als Obergewandung rate ich von ab. Zum einen gibt es nur ganz wenige Belege über leinene Obergewandung, die ich auch nur aus der Sekundärliteratur kenne. Dann wäre gefärbtes Leinen teuer gewesen. Daher ungefärbtes Leinen, eventuell gebleicht als Untergewand (Hemd), Wolle, im Sommer dünnere drüber. Für die Zeit, die Du gewählt hast fallen ebenso die Brettchenborten weg, auch da gibt es keine Funde und Belege. Maximal aufwendigere Gürtel aus Seide und brochiert sind im Fundgut nachweisbar und für eine einfachere Darstellung somit nicht brauchbar. Gugel ohne Zipfel ist sehr gut. Die lange "Sendelbinde" kam erst im 14ten in Mode. Die Cotte kann ruhig etwas länger sein, im 13ten auch für die einfache Darstellung bis übers Kie. Dann fehlen natürlich noch Beinlinge, Bruche und Schuhe.
 
@ Martina: Danke Dir für die Tips! Wie beurteilt Ihr gefärbte Wolle bei einfacheren Darstellungen? Man sieht ja auf Abbildungen aus verschiedenen Zeiten auch farbig gekleidetes Landvolk. Und an anderer Stelle hier im MF wurde jemandem, der nach einer Waldhübner-Darstellung fragte, einfache Oberbekleidung in gedeckten Farben empfohlen (braun, auch olivgrün). Und was die Gugel betrifft: Empfehlt Ihr in meinem Fall eine Gugel völlig ohne Anhängsel, oder mit einem kurzen beulenartigen Fortsatz, wie er im Luttrell-Psalter zu sehen ist oder neuzeitlich bei den "Jakobinermützen", oder mit kurzem spitzem Fortsatz, wie ich ihn irgendwo mal bei der Abbildung einer mittelalterlichen (?) Mönchskutte sah, oder .... ? Ich weiß nicht, ob sich für mich die Anschaffung eines Buchs über die gesamte Geschichte der Gugel lohnt.
 
Für Wolle würde ich auch eher gedeckte Farben bei einer einfachen Darstellung empfehlen. Aber das hängt auch ein wenig davon ab, wie einfach die Darstellung sein soll. Als Einwohner einer Stadt gibt es sehr viele Abstufungen. Und auch auf dem Land hat man das Färben sicher teilweise besser beherrscht, als wir heute und es gab einfache Tagelöhner genauso wie freie wohlhabendere Bauern. Da es für die Gugelzipfel verschiedene Variationen gibt, hast Du da eigentlich Auswahl. Es sei denn, Du möchtest Dich regional ausstatten. Dann würde ich schauen, ob es Abbildungen (Buchmalereien, Grabplatten, Statuen) gibt, die aus der Umgebung und der gewählten Zeit stammen. Wenn Du nichts in der Nähe findest, einfach Stück für Stück größere Kreise ziehen, bis etwas passendes dabei ist. Das Buch würde ich nicht extra anschaffen, wenn Du nur eine Vorlage für eine Gugel suchst. Da würde ich die Fernleihe zu nutzen, um mal einen Blick ins Buch werfen zu können. Im Internet gibt es mittlerweile zudem auch genügend Bildmaterial.
 
Jetzt befindet sich in meiner Galerie auch ein Bild des Messers, das ich zur Zeit noch zu meiner Gewandung am Gürtel trage: http://www.mittelalter-forum.com/index.php?page=UserGalleryPhoto&photoID=6390#profileContent Da es mit der Teilnahme an einem Schmiedekurs bisher - leider! - noch nicht geklappt hat, habe ich vor einem Jahr aus einem großen, rostigen Haushaltsmesser vom Flohmarkt mithilfe einer Schleifmaschine dieses Messer geformt. Für die Griffschalen habe ich eine Rothirsch-Geweihstange (ebenfalls von einem Flohmarkt) zersägt und weiterbearbeitet. Der Doktorarbeit von G. F. W. Holtmann ("Untersuchungen zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Messern", Göttingen 1993) hatte ich entnommen, dass Klingen mit geradem Rücken und konvex zur Spitze aufsteigenden Schneiden für das nordwestliche Deutschland vom 9. Jahrhundert bis über das Ende des Mittelalters hinaus belegt sind; dass sich im gleichen Raum Griffzungen mit Griffschalen vom 13. Jhd an sicher belegen lassen, dass gerade gearbeitete Griffzungen, deren Unterkante gegenüber der Schneide angehoben sind, bis zum 15. Jhd an Häufigkeit zunehmen, und dass Griffe, die am Ende wieder nach unten gekrümmt werden, "vor 1400 zumindest äußerst selten" vorkommen (Zitat aus der Doktorarbeit). Die Gestaltung des Griffes macht die Handhabung meines Messers sehr bequem. Ich benutze es immer wieder auch im Haushalt. Es scheint aber schwierig zu sein, für ein Messer mit angehobenem Griff eine Scheide zu nähen, aus der das Messer nicht gelegentlich herausrutscht. Vielleicht ist dieser Messertyp eher als Tischmesser zu gebrauchen denn als Allzweckmesser, das man am Gürtel trägt? Für meine konkrete Darstellung wird es wohl sinnvoller sein, ein Griffangelmesser mit Vollholzgriff zu bauen, bei dem die Klingenkanten und Griffkanten in einer Ebene liegen und das Griffende nur abgerundet ist. Eine geeignete Carbonstahlklinge wartet bereits in meiner Bastelkiste. Wie seht Ihr das?
 
Was mir am Avatar aufgefallen ist: Der Ankerpunkt ist zu niedrig oder der Ellenbogen zu hoch. ;) :D :robin
 
Da hast hast Du nicht so ganz Unrecht, Ulf :) . Das ist eine Relikt aus mehr als 2 Jahrzehnten Bogensport mit dem olympischen Recurve-Bogen. Ich hatte mich darauf trainiert, die Zughand mit Hilfe des Ellenbogens bis zum Ankerpunkt unter dem Kinnknochen zu heben, so dass Unterarm und Druckpunkt am Bogengriff möglichst zwanglos eine fast gerade (nur durch die Schwerkraft leicht durchhängende) Kraftlinie ergeben. Das hat mir unter Anderem diese 2 Dinge eingebracht: Den internationalen 1200er Fita-Stern ...... und am Ende Probleme mir einer Sehne über dem Schultergelenk ;) . Den Kinnanker werde ich beibehalten. Beim rein instinktiven Schießen sollte die Position des Ankerpunktes relativ zu den Augen keine Rolle spielen. Mit der Haltung in der rechten Schulter experimentiere ich gerade noch.
 
Wir wohnen ja nicht sooo weit auseinander und nächses WE ist MA-Markt in Gebhardshagen ... So selbst experimentieren gibt nur Schmerzen. Pfeil, Handgelenk, Ellenbogen un d die Schultergelenke sollten immer auf einer Linie von vorn gesehen liegen, und das Handgelenk des Zugarms ist immer gerade, so das der Bizeps nie arbeiten muß ... Beim intuitiven Schießen ist der Anker egal, ein fester Anker, auf den man nicht achtet, ist hilfreich für den Anfang .. Guckst Du gelegentlich nach links, neben den Beitrag auf mein Avatar, so ähnlich sieht schmerzfreies Bogenschießen aus
 
Meine Galerie enthält jetzt ein Foto meines Feuerzeugs. http://www.mittelalter-forum.com/index.php?page=UserGallery&userID=7612 (eigene Bilder) Der kleine Beutel aus weichem Leder findet problemlos Platz in meiner Gürteltasche. Den Schlagstahl habe ich vor etwa 20 Jahren einem Schmied auf den Wikingertagen bei Schleswig abgekauft. Auch der Feuerstein stammt aus Schleswig Holstein. Ich hatte mir eine Handvoll flacher Splitter geschlagen und einige davon zuhause zu Flint-Pfeilspitzen weiter verarbeitet. Den Zunder habe ich aus einem Stück Fruchtkörper des "Echten Zunderpilzes" hergestellt. Das Einzige, was an diesem Feuerschlagbesteck nicht "a" ist, ist meines Wissens das Material des Lederbeutelchens.
 
Sieht gut aus :) Und, schon fleißig Feuerschlagen geübt?
 
Schön! so wächst die Ausrüstung doch Stück für Stück.
 
@ Morgan: Danke :) . Vor unserem 1. MA-Turnier hatte ich mit der Jugendgruppe unseres Bogensport-Vereins mit diesem Feuerzeug den Grill in Gang gebracht. Kinder freuen sich sehr, wenn sie bei so etwas ihre Erfolgserlebnisse haben. Zuhause benutze ich es vor allem, um gelegentlich mal einen Zigarillo anzustecken. Was machen Deine Pilzzunderversuche? Und hast Du inzwischen mehr über keltische Feuereisen herausgefunden? @ Martina: Das nächste Projekt ist die Beschaffung von Wollstoff in gedeckten Erdfarben (oliv und braun). Ich vermute, dass sich eine einfache Tunika und Beinlinge daraus mit unterschiedlichen Ausrüstungsgegenständen zu verschiedenen Darstellungen kombinieren ließen: Waldhübner, Jagdgehilfe, Viehhirte, Zeidler ... ? In späteren Zeiten tauchen gefärbte Stoffe (sogar in grün) auch auf Bildern mit einfachen Menschen auf. Kürzlich sah ich verschiedene Grünabstufungen auf Abbildungen aus Gaston Phoebus' "Buch über die Jagd / Livre de la chasse". Ich weiß aber noch nicht, ob das in meiner gewählten Zeit auch in meiner jetzigen Wohngegend (oder anderswo in Norddeutschland) denkbar war.
 
Für eine einfache Darstellung würde ich bei gedeckten Farben bleiben. Ein leuchtendes Grün war/ist nur mit Doppelfärbungen zu erreichen und damit teuer. Einfache, ins oliv gehende Grüntöne kann man aber zum Beispiel schon mit Birke erreichen. Die Abbildungen in den damaligen Büchern sind meistens geschönt und lassen daher oft keinen genauen Schluss auf die "wirkliche" Alltagskleidung zu. Stoffe kann ich Dir von Naturtuche empfehlen, da Michael seine chemischen Färbungen so machen lässt, dass sie natürlichen sehr nahe kommen. Mit "Wallnuss", "Birke hell" und "Birke dunkel" hat er auch farben da, die Deinen Vorstellungen entsprechen.
 
@ Martina: Von Naturtuche habe ich mir vor 2 Jahren mal einige Stoffproben schicken lassen, die mich überzeugt haben. Bin allerdings damals vor den Kosten zurückgezuckt. Aber wie beim Bogenschießen und vielen anderen Dingen - je mehr man sich in ein Hobby vertieft ..... ;) . Habe mir heute walnussbraune Wolle und birkendunkelgrüne Wolle dort bestellt.
 

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